Lenkräder und Naben

Lenkradnaben RAID im Typ1 und Typ3

Kaum ein Mysterium ist größer als das der Lenkradverzahnung. Dabei ist es eigentlich ganz einfach. Als allererstes sollte man sein vorhandenes Wissen löschen und sich folgenden Artikel durchlesen. Als Mutter der Sportlenkräder darf RAID gelten. Nardi, momo und Co. sind auch ganz nett, aber es kann nur einen geben...

Raid M231,  für Käfer 8/59-7/73, alle Typ3
Raid M234,  für Käfer und Golf I und baugleiche ab 8/73, Porsche 924 MJ1975-1980
Raid M147,  für Golf I und II bis 7/87, identisch zu M234
Raid M237,  Golf ab 8/87, Mexikaner (Typ1) ab 1990
Raid M352,  Bus, Verzahnung wie M234, M147, Abstand differiert

Ich kann nur darum bitten, künftig nicht von grober oder feiner Verzahnung zu sprechen. Was definiert grob bzw. fein? Was hat der Durchmesser mit grob bzw. fein zu tun? Und die Zähneanzahl? Wer sich die Verzahnungen anschaut stellt schnell fest, dass es sich um eine Steckverzahnung nach DIN5480 handelt, eine auch heute noch übliche Norm für Verzahnungen.
Interessant ist, das es auch noch komplett gegensätzliche Definitionen bei Luftkochern und Wasserspendern gibt...

Luftkocher
M231 = grob; M234, M147, M352 = fein; M237 = unbekannt

Wasserspender
M231 = unbekannt; M234, M147, M352 = grob; M237 = fein

vollständige Konfusion
M231 = grob; M234, M147, M352 = fein; M237 = superfein

alles klar? Also, Grund genug sich einfach auf harte Fakten zu verlassen. OK, manch einer hat Probleme den Durchmesser eine Welle oder Nabe zu messen und glaubt es könnte 21,378 als Nenndurchmesser rauskommen... Nennt meinetwegen den Durchmesser wenn man sich nicht anders zu helfen weiss. Dann reden wir über dünn und dick. Problematisch wirds wieder wenn man von luft auf Wasser übergeht. Viel leichter erkennt man die Verzahnung an der Befestigungsmutter: SW27 = M231; SW24 = M234,M147,M237,M352
Sollte das Fahrzeug halbwegs original sein, so kann man anhand der Typenzuordnung sehr leicht rausbekommen, welche Nabe benötigt wird.

In einigen Modellen wurde ab MJ88 auch eine Adapterhülse (191 419 514) verwendet, die aus einer alten "Käfer-Feinverzahnung" eben die "Golf-Superfeinverzahnung" macht. Diese Hülse kam z.B. bei den späten Mexikanern zum einsatz, so dass hier die Lenkräder aus Golf und Polo passen. Natürlich kann man den Adapter abziehen und die darunter liegende alte Verzahnung nutzen. Zum Abziehen wird jedoch ein besonderer Abzieher oder eine Bastellösung benötigt. Standartabzieher rutschen leider ab. Dazu gehört noch eine Klemmscheibe N 901 824 01.

Achtung an Datumsfetischisten: Ein Fahrzeug auf Tageszulassung zu fixieren ist absoluter Wahnsinn. Das Datum der Erstzulassung hat nichts mit dem Herstelldatum zu tun. Wer etwas Dokumentation seines Fahrzeugs hat, weiss aus welchem Produktionszeitraum sein Fahrzeug stammt. Nichtsdestotrotz kann es immer mal passieren, das etwas nicht passt wenn das Fahrzeug um die Datumsgrenze GEBAUT wurde. Man sollte aber immer bedenken, dass in den allermeisten Fällen, das Fahrzeug schonmal in anderen Händen und Werkstätten war. Was dort damit getrieben wurde, weiss man eher selten.

Des öfteren zerlegt es auch den Schleifring oder das günstig erstandene Schnäppchen hat keinen mehr oder nur noch in Teilen. Schleifringersatz für obige Naben gibt es unter folgenden Teilenummern:
M 234, M 231:  VW 113 415 660 A (RAID/r.d.i.-Nr.: 501005)
M 147:               VW 321 419 661 A , 321 419 662 (RAID/r.d.i.-Nr.: 501006)

 

Allgemeines zu Sportlenkrädern

Prinzipiell lässt sich bei jedem Fahrzeug das Serienlenkrad gegen ein sportlicheres Lenkrad austauschen. Einerseits kann man hier originale Zubehör- oder Sonderausstattungslenkräder verwenden, andererseits bietet der Tuningmarkt ausreichend Lenkräder in verschiedenen Designs an. Da es seit Anfang der Neunziger nur noch Fahrzeuge mindestens mit Fahrerairbag gibt, hat der Tuningfreund ein Problem. Fahrzeuge die nicht es ohne Airbag gab, dürfen nicht "auf ohne Airbag" umgerüstet werden. Man benötigt als adäquaten Ersatz ein Airbaglenkrad aus dem Zubehör (z.B. RAID Silberpfeil). Die Verwendung von Airbaglenkrädern aus Sportmodellen ist teilweise durch die Fahrzeug BE abgedeckt, teilweise offiziell nachrüstbar, oft aber nicht freigegeben. Die freundliche Prüfstelle lässt aber auch hier mit sich reden.

Originale Lenkräder vom Fahrzeughersteller sind i.d.R. ohne Adapter (Nabe) zu verwenden. Bei VW lassen sich die meisten Lenkräder verschiedener Fahrzeuge untereinander tauschen. Es gibt nur wenige Varianten in der Befestigung, die verschiedene Fahrzeuggenerationen betreffen. Zubehörlenkräder werden i.d.R. mit 5 bzw. 6 Schrauben an der Nabe befestigt. Die Nabe wird hingegen bei der Herstellung mit der jeweils verwendeten Verzahnung im Fahrzeug versehen und kann mit den originalen Teilen befestigt werden. In der Regel ist dies eine Zentralmutter auf der Lenksäule. Für den Anschluss der Hupe stehen verschiedene Hupenknöpfe mit direktem oder separatem Massekontakt zur Verfügung. Bei Lenkrädern und Naben die keine ausreichende elektrische Leitfähigkeit besitzen oder der Hupenknopf mit seinem Spannbügel keinen Kontakt findet, kann ein weiteres Massekabel angeschlossen werden. Meist reicht es aus, wenn man das Kabel an die Verschraubung anschließt. Vom Klemmen des Kabel zwischen Lenkrad und Nabe (auch mit Kabelschuh) ist abzuraten, da so keine ausreichend sichere Befestigung des Lenkrads gewährleistet ist. Sollte die Schraube zu kurz sein, kann auch eine entsprechend längere verwendet werden. Der Anschluß mittels Öse und Mutter ist technisch sauber.

Bei der Umrüstung sollte man auf die korrekte Bezeichnung bzw. Kennzeichnung der Teile achten und mit den in der ABE genannten Teile vergleichen. nicht selten kommt es vor, dass hier der Fehler im Detail liegt. Daß eine ABE vorhanden ist, heisst leider nicht, dass man das Lenkrad einfach verbauen darf. ABEs gelten i.d.R. nur für die serienmäßige Bereifung bzw. Verwendung von serienmäßigen Felgen und serienmäßigem Fahrwerk. Änderung an Rad-Reifenkombinationen und/oder dem Fahrwerk müssen demnach meist durch eine Begutachtung eines staatl. anerkannten Sachverständigen bzw. Überwachungsvereins abgenommen werden. Ob dies notwendig ist, steht jedoch klar erläutert in den mitgelieferten Unterlagen (ABE, Gutachten, Produkthinweise, Montageanleitung).Vor dem Einbau des Sonderlenkrades ist der Gültigkeitsbereich anhand der Fahrzeugpapiere und den mitgelieferten ABE bzw. Gutachten zu prüfen.

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